Nasdaq-Aktien kaufen: Anleitung für Anfänger

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Kurz erklärt: Nasdaq-Aktien kaufst du über ein Wertpapierdepot bei einem Broker. Du kannst einzelne Unternehmen kaufen oder gebündelt in einen Nasdaq-100-ETF investieren. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du einen Broker auswählst, ein Depot eröffnest, Geld einzahlst und deine erste Order aufgibst. Außerdem erfährst du, welche Kosten, Steuern und Risiken dabei eine Rolle spielen. Stand aller Angaben: Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlage- und keine Steuerberatung.

Was ist die Nasdaq und was bedeutet „Nasdaq-Aktie“?

Die Nasdaq ist eine elektronische US-Börse. Wenn jemand von „Nasdaq-Aktien“ spricht, sind meist Unternehmen gemeint, die an dieser Börse gelistet sind. Viele davon stammen aus dem Technologiebereich. Drei Begriffe werden dabei häufig verwechselt:

  • Die Börse Nasdaq: der Handelsplatz, an dem die Aktien gehandelt werden.
  • Der Nasdaq-100: ein Index aus 100 der größten US-amerikanischen und internationalen Nicht-Finanzunternehmen, die an der Nasdaq gelistet sind. Banken und Versicherer sind darin nicht enthalten.
  • Der Nasdaq Composite: ein breiterer Index, der sehr viele an der Nasdaq gelistete Unternehmen abbildet.

Bekannte Beispiele für Nasdaq-Unternehmen sind große Technologiekonzerne wie Apple, Microsoft oder Nvidia. Das ist eine Orientierung und keine Empfehlung. Eine Besonderheit: Die Nasdaq Inc. (Ticker NDAQ) betreibt die Börse und ist selbst börsennotiert. Wer „Nasdaq-Aktie“ sucht, meint aber meistens ein Unternehmen, das dort gehandelt wird, oder einen Index-Fonds auf den Nasdaq-100.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Du brauchst ein Depot bei einem Broker, ein Girokonto als Referenzkonto und deine Steuer-ID.
  • Einzelaktien sind konzentriert, ein Nasdaq-100-ETF streut auf 100 Unternehmen.
  • Die Nasdaq handelt in der Regel von 15:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit.
  • Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro (Alleinstehende) bzw. 2.000 Euro (Ehepaare). Ein Freistellungsauftrag sorgt dafür, dass die Bank ihn berücksichtigt.
  • Kursverluste bis hin zum Totalverlust sind möglich. Das gilt besonders für CFDs.
Laptop mit Aktienchart auf einem aufgeräumten Schreibtisch

Welche Wege gibt es, in die Nasdaq zu investieren?

Es gibt mehrere Produkte, mit denen du an der Entwicklung der Nasdaq teilhaben kannst. Für Einsteiger sind vor allem drei relevant: Einzelaktien, Nasdaq-100-ETFs und CFDs. Dazu kommen aktiv gemanagte Fonds und Zertifikate. Zertifikate sind Schuldverschreibungen der Emittenten und tragen zusätzlich ein Emittentenrisiko.

Laptop mit Aktienchart auf einem aufgeräumten Schreibtisch
Merkmal Einzelaktie Nasdaq-100-ETF CFD
Einstiegshürde Depot nötig, Kauf auch in kleinen Beträgen je nach Broker Depot nötig, Sparplan bei vielen Brokern möglich Spezielles Konto, Risikoaufklärung des Anbieters
Risikostreuung Gering, ein einzelnes Unternehmen Hoch innerhalb des Index, aber Technologiefokus Hängt vom Basiswert ab, Hebel verstärkt Schwankungen
Kostenarten Ordergebühr, Spread, ggf. Fremdwährungsentgelt Ordergebühr, Spread, laufende Fondskosten (TER) Spread, Finanzierungskosten, ggf. weitere Entgelte
Besonderes Risiko Verlust bis zum Totalverlust bei Unternehmenskrise Marktrisiko des gesamten Index Hebel kann Verluste stark vergrößern
Eignung für Anfänger Mit Vorsicht, nur mit Grundwissen Häufig der einfachere Einstieg Nicht für Anfänger geeignet

Ein Hinweis zu ETFs: Beliebte US-ETFs auf den Nasdaq-100, etwa QQQ, sind für Privatanleger in der EU wegen der PRIIPs-Regeln häufig nicht verfügbar. Es gibt aber UCITS-ETFs mit ähnlichem Ziel. Welche dein Broker anbietet, siehst du in seiner Produktsuche.

Drei Wege zum Investieren im Vergleich auf einem Schreibtisch

Schritt 1: Den passenden Broker für den Nasdaq-Handel finden

Der Broker entscheidet über Kosten, Handelsplätze und Komfort. Ein Vergleich lohnt sich, weil sich Konditionen ändern. Konkrete Preise findest du immer auf den aktuellen Preisverzeichnissen der Anbieter.

Auswahlkriterien

  • Kosten: Ordergebühren, Spread, Fremdwährungsentgelt, Depotführung, Kosten für Sparpläne.
  • Handelsplätze: Xetra, Tradegate, außerbörslicher Direkthandel oder direkter US-Handel. Das beeinflusst Zeiten, Kurse und Gebühren.
  • Angebot: Gibt es die gewünschte Aktie oder den gewünschten ETF? Gibt es Sparpläne und Teilaktien?
  • Regulierung: Prüfe, ob der Anbieter in der EU zugelassen ist und von einer Aufsicht wie der BaFin oder einer anderen EU-Behörde beaufsichtigt wird. Lies dazu die Hinweise zur Verwahrung deiner Wertpapiere.
  • Bedienung: App, Website, Kundenservice, Steuerreporting.
Drei Wege zum Investieren im Vergleich auf einem Schreibtisch

Broker-Typen im Überblick

Neobroker bieten oft günstige oder pauschale Orderkosten und eine einfache App. Direktbroker bieten meist mehr Handelsplätze und Funktionen. Filialbanken punkten mit persönlicher Beratung, sind aber häufig teurer. Welcher Typ passt, hängt davon ab, wie oft du handelst und wie viel Service du brauchst.

Checkliste vor der Kontoeröffnung

  • Sind die geplanten Produkte (Aktie oder UCITS-ETF) handelbar?
  • Sind alle Kostenarten im Preisverzeichnis transparent?
  • Ist ein Sparplan möglich, falls gewünscht?
  • Ist der Anbieter reguliert?
Person vergleicht Broker-Angebote am Laptop

Schritt 2: Depot eröffnen und Identität verifizieren

Die Depoteröffnung läuft bei den meisten Anbietern online ab. Du füllst einen Antrag aus, bestätigst deine Angaben und weist dich per Video-Ident oder Post-Ident aus. Wie lange das dauert, ist je nach Broker unterschiedlich.

Person vergleicht Broker-Angebote am Laptop

Das brauchst du

  • Gültigen Personalausweis oder Reisepass
  • Deine Steuer-Identifikationsnummer
  • Ein Girokonto, das als Referenzkonto dient
  • E-Mail-Adresse und Handynummer

Freistellungsauftrag einrichten

Mit einem Freistellungsauftrag weist du den Broker an, bis zu einer bestimmten Höhe keine Abgeltungsteuer einzubehalten. Der Sparer-Pauschbetrag liegt 2026 bei 1.000 Euro für Einzelpersonen und 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare. Die Summe aller Freistellungsaufträge bei allen Banken darf diesen Betrag nicht überschreiten. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank ab dem ersten Euro Steuer ab.

Prüfliste

  • Steuer-ID bereit?
  • Freistellungsauftrag mit sinnvollem Betrag erteilt?
  • Bestätigungs-E-Mails und Depotnummer gespeichert?
Online-Depoteröffnung mit Ausweis und Smartphone
Online-Depoteröffnung mit Ausweis und Smartphone

Schritt 3: Geld einzahlen und Referenzkonto verknüpfen

Nach der Freischaltung überweist du Geld von deinem Girokonto auf das Verrechnungskonto des Depots. Manche Broker bieten alternativ SEPA-Lastschrift an. Die Gutschrift dauert meist ein bis wenige Bankarbeitstage, es kann aber je nach Anbieter abweichen.

Währung beachten

Nasdaq-Aktien notieren in US-Dollar. Je nach Broker und Handelsplatz kannst du sie in Euro kaufen, dann wird das Währungsrisiko im Kurs mitgerechnet, oder direkt in US-Dollar. In jedem Fall wirken sich Wechselkursänderungen auf deine Rendite aus. Auch Währungsabsicherungen im ETF sind nicht in jedem Fall vollständig.

Prüfliste

  • Entspricht der Name des Referenzkontos dem Namen des Depotinhabers?
  • Ist das Geld gutgeschrieben, bevor du bestellst?
  • Weißt du, in welcher Währung gehandelt wird?
Überweisung auf das Depot mit Banking-App

Schritt 4: Aktie oder ETF auswählen

Bei Einzelaktien

Schau dir das Geschäftsmodell, die Marktkapitalisierung, das Kurs-Gewinn-Verhältnis und die Gewichtung der Aktie im Index an. Kennzahlen sind Hilfsmittel und nur im Vergleich mit Wettbewerbern und der eigenen Strategie sinnvoll.

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Bei ETFs

  • ISIN prüfen: So stellst du sicher, dass du genau den gewünschten Fonds kaufst.
  • Gesamtkostenquote (TER): Sie zeigt die laufenden Kosten des Fonds.
  • Thesaurierend oder ausschüttend: Thesaurierende ETFs reinvestieren Erträge, ausschüttende zahlen sie aus.
  • Replikation: Physisch replizierende ETFs kaufen die Indexwerte, andere nutzen Tauschgeschäfte.
  • Basisinformationsblatt (KID): Lies es vor dem Kauf. Es erklärt Risiken und Kosten.

Rein illustratives Beispiel

Angenommen, du investierst 1.000 Euro. Bei einer Einzelaktie hängt dein gesamtes Ergebnis von einem einzigen Unternehmen ab. Bei einem Nasdaq-100-ETF verteilt sich dein Geld auf 100 Unternehmen, auch wenn einzelne große Werte stärker gewichtet sind. Das Beispiel enthält bewusst keine Renditeannahmen. Es zeigt nur den Unterschied bei der Streuung.

Kennzahlen und ETF-Factsheet im Vergleich

Schritt 5: Die erste Order aufgeben

Die wichtigsten Ordertypen

  • Market-Order: Kauf zum nächsten verfügbaren Kurs. Das geht schnell, der Preis kann aber abweichen.
  • Limit-Order: Du legst einen Höchstpreis fest. Gekauft wird nur bis zu diesem Preis, die Order kann unausgeführt bleiben.
  • Stop-Order: Sie wird ab einem bestimmten Kurs ausgelöst und dient meist zur Verlustbegrenzung.
Kennzahlen und ETF-Factsheet im Vergleich

Handelszeiten

Die Nasdaq handelt regulär von 9:30 bis 16:00 Uhr Ortszeit der US-Ostküste. In Deutschland entspricht das in der Regel 15:30 bis 22:00 Uhr. An einzelnen Wochen im Jahr kann der Handel wegen der unterschiedlichen Zeitumstellung in den USA und in Europa eine Stunde früher beginnen. Zusätzlich gibt es Vor- und Nachbörse, dort ist das Handelsvolumen meist geringer. Über deutsche Handelsplätze wie Xetra (montags bis freitags 9:00 bis 17:30 Uhr) kannst du je nach Broker zusätzliche Zeitfenster nutzen. Die genauen Zeiten legt dein Broker fest.

So gibst du die Order auf

  1. Melde dich im Depot an und suche die Aktie oder den ETF über Name oder ISIN.
  2. Wähle den Handelsplatz.
  3. Gib Stückzahl oder Betrag ein. Bei Sparplänen oder Teilaktien hängen die Mindestbeträge vom Broker ab.
  4. Wähle den Ordertyp und bei Limit-Orders deinen Preis.
  5. Prüfe die Kostenübersicht und bestätige die Order.
  6. Kontrolliere in der Orderübersicht, ob sie ausgeführt wurde.

Wenn du nicht auf einen Zeitpunkt wetten möchtest, kann ein Sparplan eine Alternative sein: Du kaufst regelmäßig in festen Beträgen.

Order in der Broker-App auf dem Smartphone

Kosten und Steuern beim Kauf von Nasdaq-Aktien in Deutschland

Kostenarten

Achte auf Ordergebühren, den Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs), ein mögliches Fremdwährungsentgelt und Depotgebühren. Bei ETFs kommen die laufenden Fondskosten hinzu. Konkrete Beträge unterscheiden sich stark und ändern sich, deshalb stehen sie hier nicht.

Order in der Broker-App auf dem Smartphone

Steuern in Deutschland

  • Auf Kapitalerträge fällt grundsätzlich Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf. Zusammen sind das 26,375 Prozent ohne Kirchensteuer.
  • Die Kirchensteuer kommt je nach Bundesland und Mitgliedschaft hinzu.
  • Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag bleiben mit passendem Freistellungsauftrag steuerfrei.
  • Bei Aktien-ETFs gilt für Privatanleger in der Regel eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Voraussetzung ist, dass der Fonds laut Anlagebedingungen dauerhaft mehr als 50 Prozent in Aktien investiert.

Quellensteuer auf US-Dividenden

Auf Dividenden von US-Unternehmen fällt in den USA Quellensteuer an. In der Regel sind es 15 Prozent, wenn beim Broker ein gültiges Formular W-8BEN hinterlegt ist, sonst 30 Prozent. Das Formular gilt meist drei Jahre. Bis zu 15 Prozent lassen sich auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechnen. Ob dafür zusätzlich die Anlage KAP nötig ist, hängt vom Einzelfall ab.

Vereinfachtes Beispiel: Bei 1.000 Euro US-Dividende behalten die USA 150 Euro ein. In Deutschland fallen rechnerisch 250 Euro Abgeltungsteuer an, davon werden 150 Euro angerechnet. Sparer-Pauschbetrag, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sind hier bewusst nicht eingerechnet.

Steuerunterlagen und Taschenrechner auf dem Tisch

Hinweis: Das ist keine Steuerberatung. Steuerregeln können sich ändern. Bei Fragen helfen Steuerberater, Lohnsteuerhilfeverein oder das Finanzamt.

Steuerunterlagen und Taschenrechner auf dem Tisch

Risiken und häufige Anfängerfehler

Die wichtigsten Risiken

  • Klumpenrisiko: Der Nasdaq-100 ist stark von Technologiewerten geprägt. Rückschläge in der Branche treffen den Index spürbar.
  • Kursschwankungen: Aktienkurse können stark schwanken und lange unter dem Kaufkurs bleiben.
  • Währungsrisiko: Der Dollarkurs beeinflusst dein Ergebnis in Euro.
  • Hebelrisiko bei CFDs: Verluste können schnell sehr hoch werden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Geldes.

Typische Anfängerfehler

  • Alles Geld in eine einzelne Aktie investieren
  • Auf Kredit kaufen
  • Nach Schlagzeilen kaufen und verkaufen
  • Kosten und Steuern ignorieren
  • Ohne Notgroschen investieren
Risiko-Checkliste mit Notizbuch am Schreibtisch

Risiko-Checkliste vor dem Kauf

  • Habe ich einen Notgroschen für Unvorhergesehenes?
  • Kenne ich meinen Anlagehorizont?
  • Ist mein Geld auf mehrere Unternehmen oder Märkte verteilt?
  • Investiere ich ohne Kredit?
  • Verzichte ich darauf, den perfekten Zeitpunkt zu erraten?

Hinweis: Das ist kein Anlagetipp. Kursverluste bis hin zum Totalverlust sind möglich.

Risiko-Checkliste mit Notizbuch am Schreibtisch

Häufige Fragen (FAQ) und Fazit

Wie viel Geld braucht man für den Einstieg?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Viele Broker erlauben kleine Beträge oder Sparpläne. Entscheidend sind Mindestbeträge und Kosten deines Anbieters.

Kann man Nasdaq-Aktien direkt von Deutschland aus kaufen?

Ja. Über einen Broker mit Zugang zu entsprechenden Handelsplätzen kannst du in Euro oder US-Dollar kaufen.

Person plant ihre ersten Schritte als Anleger

Ist ein ETF besser als Einzelaktien für Anfänger?

Ein ETF streut das Risiko breiter und ist daher oft der einfachere Einstieg. Verluste sind trotzdem möglich, und der Technologiefokus bleibt bestehen.

Lohnt sich ein Sparplan?

Ein Sparplan investiert regelmäßig feste Beträge und nimmt dir die Zeitpunkt-Entscheidung ab. Ob er sich für dich lohnt, hängt von den Kosten und von deiner Strategie ab.

Was ist der Unterschied zwischen Nasdaq-100 und S&P 500?

Der Nasdaq-100 umfasst 100 große Nicht-Finanzunternehmen der Nasdaq und ist technologielastig. Der S&P 500 umfasst 500 große US-Unternehmen aus mehr Branchen, darunter auch Finanzwerte.

Fazit: Die fünf Schritte im Überblick

  1. Broker vergleichen und auswählen
  2. Depot eröffnen und Freistellungsauftrag erteilen
  3. Geld einzahlen und Währung beachten
  4. Aktie oder UCITS-ETF anhand klarer Kriterien auswählen
  5. Order aufgeben und die Ausführung prüfen

Informiere dich vor jedem Kauf über Kosten, Steuern und Risiken. Dieser Beitrag ersetzt keine Anlage- oder Steuerberatung, und alle Angaben haben den Stand Oktober 2026.

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Quelle: Atovia (Atovia). https://atovia.kr

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